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Umweltgeschichte der Laguna de Medina, Südspanien – ein geochemischer Ansatz

Abstract

Diese Arbeit behandelt einen 26 m langen Sedimentkern aus der Laguna de Medina, ein See in Cádiz, der südlichsten Provinz Spaniens. Die Bohrkampagne fand im Rahmen des SFB 806 „Our way to Europe“ im März 2015 statt. Zielsetzung der Arbeit ist die Identifikation und Interpretation von Veränderungen in der Umweltgeschichte des Sees mit Hilfe geochemischer Methoden. So wurden
Kohlenstoff-, Stickstoff- und Schwefel-Gehalte (C, N, S) mit dem „vario microtube“ der Firma Elementar bestimmt, während der „Dimatoc 2000“ der Firma Dimatec die Gesamtkohlenstoff-, anorganische Kohlenstoff- und organische Kohlenstoff-Werte (TC, TIC, TOC) lieferte. Zusätzlich wurde für jede Probe das TOC/N-Verhältnis berechnet, um die Herkunft des organischen Materials
auszumachen. Nachdem die erste eigene Interpretation abgeschlossen war (S. 25), wurde diese mit den Ergebnissen regionaler Arbeiten verknüpft um eine grobe Rekonstruktion der Umweltgeschichte der Laguna de Medina zu erhalten. Der Organikeintrag des unteren Bereichs des Kerns bis 21 m ist eindeutig seedominiert. Wegen zeitgleich niedrigen TOC- und N- Werten könnten hier die
Auswirkungen des letzten glazialen Maximums (LGM) erkennbar sein. Dieses wird im Golf von Cádiz durch einen sprunghaften Temperaturanstieg vor 16.000 Jahren beendet (Cacho et al. 2001), der sich bei ca. 21 m durch einen rasanten Anstieg des TOC/N-Verhältnisses ausdrücken könnte. Das Einsetzen humider Phasen (13.700 Jahre (Pons & Reille 1988)) könnte zu einem Anstieg des
Seespiegels geführt haben und würde durch ein leichtes Abfallen des TOC/N-Verhältnisses bis 13 m charakterisiert werden. Eine aride Phase vor 10.000 Jahren (Cacho et al. 2001; Pons & Reille 1988) könnte zu einem Austrocknungsereignis geführt haben. Maximale S- und TOC/N- Werte in einer Tiefe von 1272 cm könnten Zeugen dieses Events sein. Durch humide Phasen die vor etwa einsetzen 9.100 Jahren (Wolf et al. 2014) könnte der Seespiegel wieder angestiegen sein, was sich durch erneutes Absinken der TOC/N-Verhältnisse bis 600 cm äußern würde. Eine weitere aride Phase vor 4.600 Jahren (Wolf et al. 2014) würde das Verhältnis wieder als Folge flacherer Wasserstände ansteigen lassen. Ab 2000 Jahren vor heute wird forcierter anthropogener Einfluss auf die Landschaft der Region angenommen (Wolf et al. 2014). Dies könnte den steigenden Trend der TOC/N-Werte ab 250 cm erklären, da in diesem Fall eine N-Düngung erfolgt.

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Bachelor-Arbeit Sebastian Fuhr.pdf Request access Accessed 0 times | Last updated 18.05.2018

Bibliography

Fuhr, S. (2015): Umweltgeschichte der Laguna de Medina, Südspanien – ein geochemischer Ansatz. Universität zu Köln

Authors Fuhr, Sebastian
Type bachelorsthesis
Title Umweltgeschichte der Laguna de Medina, Südspanien – ein geochemischer Ansatz
Year 2015
School Universität zu Köln
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