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Umweltbedingungen während des letzten Glaziales im nördlichen Harzvorland

Abstract

In dem Sonderforschungsbereich 806 (SFB 806) "Unser Weg nach Europa - Interaktion von Um-welt und Homo Sapiens während des letzten Spätglaziales" ist das Teilprojekt D1 "Analyse von Migrationsprozessen bedingt durch Um-weltbedingung zwischen 40.000 und 14.000 Jahren im Rhein-Maas-Gebiet" angesiedelt. Im Zuge des Projektes wurden unter anderem auch Löss-Paläoboden-Sequenzen (LPS) im nördli-chen Harzvorland aufgenommen und analysiert. Hierbei wurden anhand verschiedener geoche-mischer, farblicher und magnetischer Eigen-schaften sowie den Korngrößenverteilungen Rückschlüsse auf etwaige Umweltbedingungen während der Weichseleiszeit gezogen. Die Re-gion ist Teil des nordeuropäischen Lössgürtels, deren nördliche Ausbreitung relativ scharf abge-grenzt ist durch einen Übergansbereich in dem äolische Sedimente mit Korngrößen von Schluff und Sand ineinander greifen. Nach Süden wird die Lössverbreitung durch deutsche Mittelgebir-ge limitiert. In diesen löst sich der flächende-ckende Lössgürtel in abgetrennte Lössbecken auf. Im Vergleich zu intensiv erforschten Löss-Regionen, wie der Niederrheinischen Bucht, zählt das nördliche Harzvorland zu den eher wenig untersuchten Lössgebieten. Besonders interessant an den LPS des nördlichen Harzvor-landes ist ihre Nähe zu dem ehemaligen skandi-navischen Eisrand. Den Resultaten ist zu ent-nehmen, dass während des letzten glazialen Maximums (LGM) und der letzten spätglazialen Lössablagerungsphase ein höherer Eintrag vonäolischen Sedimenten stattfand als in den vo-rangegangenen, was mit der Theorie von tro-ckeneren und kälteren Bedingungen einhergeht. Darüber hinaus fand während des LGM ein zu-sätzlicher stärkerer Eintrag von Sedimenten statt, die auf eine Quelle in kurzer Distanz schließen lassen (hoher Anteil an Grobkompo-nenten, der im restlichen Profil nicht in dem Maß vorhanden ist), was durch Verstärkung der Windbedingungen und auf einen Windrich-tungswechsel hindeuten. Des Weiteren ist auf das Marine Isotopen Stadium (MIS) 3 datiertes Bodenmaterial in einer der LPS vorhanden. Das alleinige Vorhandensein von MIS 3 Bodenmate-rial lässt darauf schließen, dass während Ab-schnitten des MIS 3 und 2 die Umweltbedingun-gen und Oberflächenprozesse hier weniger einschneidend waren, als zum Beispiel in weiten Teilen der Niederrheinischen Bucht.

Resources

Harz Krauss et all Deuqua_CZ_LK.pdf Request access Accessed 5 times | Last updated 02.01.2017
Krauß et al. 2016_Deuqua.pdf Request access Accessed 6 times | Last updated 02.01.2017

Bibliography

Krauß, L., Zens, J., Zeeden, C., Schulte, P., Eckmeier, E., Lehmkuhl, F. (2016): Umweltbedingungen während des letzten Glaziales im nördlichen Harzvorland. Deuqua

Authors Krauß, Lydia and Zens, Joerg and Zeeden, Christian and Schulte, Philipp and Eckmeier, Eileen and Lehmkuhl, Frank
Type poster
Title Umweltbedingungen während des letzten Glaziales im nördlichen Harzvorland
Year 2016
Publisher Deuqua
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